Technische Informationen zum Femtosekundenlaser
Der Femto-Laser ist ein Infrarotlicht-Laser und kann Gewebe (Hornhaut) sehr exakt und mit deutlich geringerer Wärmebelastung als andere Laser behandeln – ein großer Vorteil in der Augenlaserchirurgie. Femtosekundenlaser arbeiten mit ultrakurzen Lichtpulsen, die nur den Bruchteil einer milliardstel Sekunde dauern und eine winzige Spot-Größe von 1/100 mm besitzen. Zur Veranschaulichung der extrem kurzen Pulszeit: Licht gelangt in einer Sekunde 7,5 mal um die Erde, in einer Femtosekunde aber nur eine halbe Haardicke weit!
Die Präparation der Hornhautlamelle mit dem Femtosekundenlaser im Detail erklärt:
Die Energie des Femto-Laserstrahls wird im Gegensatz zum klassischen Laser nicht an der Oberfläche der Hornhaut entladen, sondern in einer vorher bestimmten Tiefe im Hornhautinneren. Dabei können durch starke Fokussierung des Laserstrahls kurzzeitig sehr hohe Energiedichten erreicht werden. Im Fokuspunkt des Laserstrahls tritt dann der Effekt der Photodisruption auf. Dies bedeutet, das Gewebe wird durch entstehende winzige Luftbläschen gespalten - viel schonender als mit einem Schnitt. Außerhalb dieser definierten Stelle bleibt das Gewebe unberührt und keiner Belastung ausgesetzt. Der Femtosekundenlaser arbeitet sich nun wie ein Scanner von einem Hornhautrand zum gegenüberliegenden. Danach kann der Flap über diese Luftbläschen angehoben und zur Seite geklappt werden. Die anschließende Behandlung bei der Femto-LASIK ist identisch mit der klassischen LASIK.
Schematische Darstellung:
Die Laserenergie wird präzise in vorbestimmter Tiefe des Hornhautgewebes fokussiert.
Eine Mikroblase aus Gas und Wasser (Durchmesser 5 - 12 µm) entsteht. Sie dehnt sich aus und trennt die umgebenden Hornhautschichten.
Bei der Photodisruption bildet sich ein Gemisch aus Kohlendioxid (CO2) und Wasser. Es wird durch die epitheliale Pumpwirkung abgesaugt. Zurück bleibt getrenntes Hornhautgewebe.
Damit legt der Femtosekundenlaser berührungsfrei einen Schnitt an und wird daher auch als Laser-Keratom bezeichnet. Der Flap kann dann leicht mit einem stumpfen Spatel geöffnet werden.