Hornhauterkrankungen (Keratokonus) stabilisieren mittels Keraring-Implantation

Keratokonus ist eine vererbliche Hornhautkrankheit, bei der die Form der normalerweise runden Hornhaut verbogen ist und eine kegelförmige Vorwölbung entwickelt, welche die Sehschärfe beeinträchtigt.
 

Keraring Implantation mit dem Femtosekunden-Laser

Durch eine Keraring Implantation mit dem Femtosekunden-Laser kann dieses Krankheitsbild in stark ausgeprägten Stadien häufig behandelt werden. Im Regelfall ermöglichen die Implantate eine Stabilisierung der Hornhaut und damit ein stabileres Sehbild. Eine verbesserte Anpassung einer Kontaktlinse oder einer Brille wird damit möglich.

Wie der Eingriff im Detail funktioniert, können Sie sich hier im Video ansehen

Leiden Sie unter Keratokonus und denken über eine langfristige Lösung Ihres Problems nach? Wir verschaffen Ihnen einen Überblick über das Krankheitsbild an sich und die entsprechende Behandlungsmethode.

Was ist Keratokonus?

Die zwei griechischen Wörter “kerato” für Hornhaut und “konos” für Kegel ergeben zusammen das Wort Keratokonus. Es beschreibt eine Erbkrankheit, bei der die Form der eigentlich runden Hornhaut verbogen ist und eine kegelförmige Vorwölbung aufweist – Die Ursache für eine schlechte Sehschärfe.

Der zur Behandlung eingesetzte Keraring wird meistens bei Keratokonus-Patienten mit einer fortschreitenden Erkrankung und/oder Kontaktlinsenunverträglichkeit verwendet, sowie bei irregulären Hornhautoberflächen, die nach Hornhautverpflanzungen vorkommen können. Die eingesetzten Keraringe können häufig das Fortschreiten des Keratokonus aufhalten und damit auch meist eine Hornhautverpflanzung auf unbestimmte Zeit hinauszögern.

Behandlung des Keratokonus:


  • Brillen:
    in frühen Formen
  • Harte Kontaktlinsen:
    wenn Brillen nicht mehr ausreichen
  • Implantation von Hornhautringen:
    wenn Kontaktlinsen nicht mehr vertragen werden oder Vorwölbung fortschreitet
  • Hornhautverpflanzung:
    in den Endstadien (Durchführung in der Augenlaserklinik München). Eine LASIK Operation für das Sehen ohne Brille ist hier nicht möglich.

Die Schritte bei einem Keraring Verfahren



Zuerst wird ein Tunnel für das Einsetzen der Keraringe präpariert. Hierfür wird – wie bei der Femto-LASIK – ein Femtosekunden-Laser eingesetzt, der innerhalb von 6 Sekunden die Schnitte unter höchster Präzision setzt.



Der Ring wird im zweiten Schritt in diesen Tunnel eingeschoben und exakt positioniert.



Die Ringe “straffen” den vorherigen Hornhautkegel und schaffen eine regelmäßigere Hornhautoberfläche.

Der Keratokonus Behandlungsablauf

1. Persönliches, unverbindliches Beratungsgespräch

  • Messung aller relevanten Augenparameter
  • Überprüfung, ob Ihre Augen für das Keraring Verfahren geeignet sind




2. Umfassende medizinische Voruntersuchung

  • Diese dauert i.d.R. 1 1/2 bis 2 Stunden
  • Intensive augenärztliche Voruntersuchung und Vermessung Ihrer Augen
  • Detaillierte Behandlungsaufklärung durch unsere Augenärzte
  • Vor diesem Termin dürfen Sie eine Woche keine weichen und zwei Wochen keine harten Kontaktlinsen tragen
  • Bitte beachten Sie, dass Sie nach der Untersuchung kein Fahrzeug führen dürfen – weder Auto, noch Motorrad oder Fahrrad. Wir empfehlen daher, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen oder ein Taxi zu nehmen
  • Sie erhalten ein Nachsorge-Set für die Tage nach Ihrer Behandlung. Die Inhalte und Medikamente werden Ihnen im Detail von unseren Mitarbeitern erklärt

3. Am Tag Ihrer Keraring Behandlung

  • Wir empfehlen am Tag Ihrer Keraring-Operation bequeme Kleidung zu tragen
  • Sie können am Behandlungstag regulär essen und trinken, bitte rauchen Sie nicht
  • Aus Hygienegründen ist es wichtig, dass Sie Ihr Gesicht vor der Keraring-Operation gründlich waschen, Make-up vollständig entfernen und auf Parfum verzichten
  • Betäubung mit Tropfen
  • Ambulanter Eingriff, kein Augenverband, Sonnenbrille empfohlen
  • Gesamtdauer der OP (ein Auge): ca. 10-15 Min.
  • Nach der Behandlung dürfen Sie kein Fahrzeug führen

4. Nach der Keraring Operation

  • Das Auge kann nach dem Eingriff etwas gerötet sein – Bitte reiben Sie sich nicht die Augen
  • Die Gabe des künstlichen Tränenersatzmittel, dem Kombinationspräparat, das vorbeugend gegen Schwellung und Entzündung wirkt, sowie Schmerzaugentropfen bespricht der Arzt im Vorfeld mit Ihnen
  • Berufliche Tätigkeit nach 2 Tagen
  • Sportliche Aktivitäten nach ca 3 Tagen, Schwimmen und Sauna nach ca. 2 Wochen
  • Kontrolltermine: einen Tag, eine Woche und einen Monat nach dem Eingriff
  • Das Autofahren ist erst nach Erlaubnis des Arztes wieder gestattet

Wissenswertes über die Keraring-Implantation

Dieses Verfahren ist die modernste und sicherste operative Behandlungsmöglichkeit des Keratokonus.

Der Keraring wird dabei von der Hornhaut problemlos toleriert und es gibt kein Abstoßungsrisiko, da es sich um einen Kunststoffring handelt,der aus Perspex CQ Acrylic hergestellt wird. Dasselbe Material wird seit mehr als 25 Jahren für die Produktion von Intraokularlinsen beim Grauen Star verwendet.

  • Das Auge erholt sich schnell von der Operation, sodass die Sehschärfe sich bereits innerhalb weniger Tage bessert und sich in den nächsten 3 bis 6 Monaten stabilisiert. Während dieser Zeit sind Sehschwankungen normal. Das Tragen von Brille oder Kontaktlinsen kann nach der Operation noch notwendig sein – obwohl die Sehschärfe, trotz einem Rest an Fehlsichtigkeit, als sehr gut empfunden wird.
  • Der Erfolg der Operation hängt entscheidend von der Ausprägung der Hornhauterkrankung ab. Je früher die Operation vorgenommen wird, desto größer ist die Erfolgsrate. Bei Frühformen der Erkrankung kann in bis zu 95% der Fälle ein Fortschreiten des Keratokonus verhindert werden.
  • Die Risiken bei dem Eingriff sind sehr gering, dennoch können wie bei jeder Operation eine Infektion auftreten. Die Komplikationen sind in der Regel nicht ernster Natur, da der Eingriff reversibel ist: Die Ringe können jederzeit wieder entfernt werden und die Hornhaut kehrt wieder in ihre Ausgangslage zurück.

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Häufige Fragen zu Keraringen (Keratokonus)

Was ist ein Keraring? (Intracorneale Ringsegmente)

Ein Keraring ist ein Kunststoffring der aus zwei halbkreisförmigen Segmenten mit 5 mm Durchmesser und variabler Dicke besteht. Die Keraringe werden aus Perspex CQ Acrylic hergestellt, das selbe Material der Inraocular-Linsen welche beim Grauen Star angewandt werden. Der Keraring wird von der Hornhaut toleriert und es besteht kein Abstoßrisiko. Der Hauptgrund für die OP ist die Besserung der Sehschärfe. Keraringe können das Fortschreiten der Keratokonus meist aufhalten und damit auch die Hornhautverpflanzung auf unbestimmte Zeit hinauszögern. Wenn der Keraring sitzt wird häufig zur Stabilisierung ein Crosslinking (Kollagenvernetzung) durchgeführt.

Wann ist ein Keraring indiziert?

1. mittlere bis hohe Kurzsichtigkeit
2. hohe Hornhautverkrümmung
3. irreguläre Hornhautverkrümmung bei Keratokonus oder nach einer Hornhautverpflanzung.

Wie geht die OP vor sich?

Zunächst wird die Sehachse auf der Hornhaut markiert, dann wird ein Tunnel mittels des Femtosekundenlasers präpariert. Der Femtosekundenlaser setzt die Schnitte sehr präzise in sechs Sekunden. Die Ringe werden in den Tunnel eingeschoben und eine Verbandskontaktlinse wird eingesetzt.

Was sind die Risiken dieser OP?

Die Risiken sind recht gering, bei jeder Operation kann eine Infektion auftreten. Wenn dieser Fall eintreten sollte, müssten die Keraringe entfernt werden. Dies ist auch notwendig, wenn die Keraringe aus dem Tunnel heraus wandern. Trotz einer OP kann es sein, dass eine Hornhautverpflanzung zu einem späteren Zeitpunkt notwendig wird. Der Keraring ist kein Ersatz für die Hornhautverpflanzung.