Der Infrarotlicht-Laser kann Gewebe sehr exakt und mit deutlich
geringerer Wärmebelastung als andere Laser behandeln
– ein großer Vorteil in der Augenlaserchirurgie.
Femtosekunden-Laser arbeiten mit ultrakurzen Lichtpulsen (10-15 Sekunden), die nur den Bruchteil einer Milliardstel-Sek. dauern
und eine winzige Spot-Größe von 1/100 mm haben.
Zur Veranschaulichung der extrem kurzen Pulszeit: Licht gelangt
in einer Sekunde 7,5 mal um die Erde, in einer Femtosekunde
aber nur eine halbe Haardicke weit!
Bei der klassischen LASIK wurde bisher in einem ersten Schritt
mit dem Mikrokeratom (Mikromesser) eine Hornhautlamelle (Flap)
geschnitten und zur Seite geklappt, um anschließend
im zweiten Schritt mit dem Excimer-Laser die tiefer liegende
Hornhaut behandeln zu können. Nach dem Eingriff wird
der Flap wieder zurückgelegt und schützt wie ein
Pflaster den behandelten Bereich.
Statt mechanisch wird jetzt mit dem Femto-Laser der Flap
per Laser präpariert. Die Energie des Laserstrahls wird
im Gegensatz zum klassischen Laser nicht an der Oberfläche
der Hornhaut entladen, sondern in einer vorher bestimmten
Tiefe im Hornhautinneren. Dabei können durch starke Fokussierung
des Laserstrahls kurzzeitig sehr hohe Energiedichten erreicht
werden. Im Fokuspunkt des Laserstrahls tritt dann der Effekt
der Photodisruption auf, d.h. Gewebe wird schonender gespalten
als mit einem Schnitt. Außerhalb dieser definierten
Stelle bleibt das Gewebe unberührt und keiner Belastung
ausgesetzt.
Der Femtosekunden-Laser arbeitet sich nun wie ein Scanner
von einem Hornhautrand zum gegenüberliegenden (Abb. 3a).
Der Schuss des Lasers produziert flächige kleinste Luftbläschen
in der exakt gewünschten Hornhauttiefe. Der Flap kann
über diese Luftbläschen wie bei der klassischen
LASIK angehoben und zur Seite geklappt werden. Die anschließende
Behandlung ist identisch mit der klassischen LASIK (Abb. 3c).
Einsatzbereich des Femtosekunden-Laser:
- LASIK-OP: Für Patienten mit geringer Hornhautdicke,
hohe Kurz- oder Weitsichtigkeit
- Bei Erkrankungen wie Hornhauttrübungen oder Hornhautvorwölbung
- Sicheres und schonendes Präparieren des Hornhaut-Flaps
für die LASIK-Behandlung
Vermeidung schnittbedingter Komplikationen

Abb. 4a: Klassische LASIK: Hornhaut-Flap
mit Mikrokeratom, im Zentrum dünn

Abb. 4b: Femto-LASIK: Paralleler
Hornhaut-Flap, im Zentrum dick wie Peripherie
Hornhaut-Flaps, die mit dem herkömmlichen Mikrokeratom
präpariert werden, sind im Zentrum dünner (Abb.
4a). In seltenen Fällen ist der Flap zentral so dünn,
dass eine nachfolgende Laserbehandlung nicht sofort, sondern
erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann. Mit dem
Femto-Laser dagegen werden plane, parallele Hornhautlamellen
präpariert, d.h. der Hornhaut-Flap ist im Zentrum überall
gleichmäßig dick wie in der Peripherie (Abb. 4b).
Dadurch entstehen keine durch das Schneiden des Flaps bedingte
Nebenwirkungen.
Höhere Präzision der Flapdicke
Der Flap wird mit dem Femtosekunden-Laser wesentlich sicherer
und präziser angelegt als mit dem mechanischen Mikrokeratom.
Dort, wo früher mit dem Mikrokeratom die Standardabweichungen
in der Flapdicke von 20-40 µm betrugen, liegen diese
bei Anwendung des Femtosekunden-Lasers nur bei 10 µm.
Auch wenn Nebenwirkungen mit dem klassischen mechanischen
Keratom sehr gering sind (1:1000), bedeutet die Femto-LASIK
noch mehr Sicherheit für den Patienten.
Hohe Kurzsichtigkeit, dünne Hornhaut
Hierdurch können auch Patienten, die bislang z. B. wegen
einer zu dünnen Hornhaut oder einer zu hohen Kurzsichtig-keit
aus medizinischen Gründen abgelehnt werden mußten,
behandelt werden. Durch die schonende Behandlung des Gewebes
ist die Restdicke der Hornhaut größer und eine
LASIK läßt sich auch bei hoher Kurzsichtigkeit
durchführen.